Grundlegende Aspekte von Suchtgefährdung

Einige Suchtmittel werden im Alltag oft als Genussmittel gebraucht und haben anregende oder entspannende Wirkung. Als Suchtmittel werden sie dann bezeichnet, wenn sie über die Wirkung hinaus zur psychischen und/oder körperlichen Abhängigkeit führen und "Suchtdruck" (Craving) auslösen.

Man unterscheidet stoffgebundene und stoffungebundene Suchtformen. Stoffgebundene Suchtformen sind z. B. Abhängigkeiten von Alkohol, Medikamenten, Nikotin oder illegale Drogen wie Cannabis oder Kokain. Stoffungebundene Suchtformen sind Verhaltensweisen wie z. B. Glücksspiel, Medienabhängigkeit, Kaufsucht oder Arbeitssucht. Alle Süchte beeinflussen das Belohnungssystem im Gehirn und bewirken positiv erlebte Gefühlszustände.

Stoffgebundene Suchtmittel können neben der vorherrschenden psychischen Abhängigkeit zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Die körperliche Abhängigkeit wird durch den Entzug des Stoffes im Rahmen einer qualifizierten Entgiftung behandelt. Die Therapie der psychischen Abhängigkeit erfolgt meist im Rahmen einer längeren, mehrere Monate dauernden Suchttherapie.

Suchtmittel und Suchtverhaltensweisen haben eine unterschiedliche Wirkung auf Körper und Psyche:



halluzinogen:
Veränderung der visuellen und akustischen Wahrnehmung, Auflösung des Ich-Gefühls Sinneswahrnehmungen ohne Reizgrundlage, aber mit Realitätscharakter

entaktogen/ empathogen:
"sozialisierend", erleichterter Zugang zum eigenen Unbewussten, gesteigertes Bedürfnis nach sozialem Kontakt

stimulierend:
aktivierend, anregend, erhöhte Aufmerksamkeit und Wachheit, Müdigkeit verringernd

sedierend:
beruhigend, entspannend, angstlösend

euphorisierend:
Zustand allgemeiner Hochstimmung und größtem Wohlbefinden verbunden mit weniger Hemmung